Sturmschaden am Dach: Was tun? Versicherung & Notsicherung
Inhaltlich überarbeitet am 25.10.2026
Sturm oder Hagel am Dach? Welche Versicherung zahlt, welche Fristen und Pflichten gelten und wie Sie den Schaden am Niederrhein richtig dokumentieren.
Gewitter mit Sturm und Hagel gehören am Niederrhein zum Sommer – und jedes Jahr decken Böen Ziegel ab, lösen Firstziegel oder reißen Bleche von der Dachkante. Wenn der Sturm vorbei ist, stellen sich für Hauseigentümer zwei Fragen gleichzeitig: Wie verhindere ich weitere Schäden – und wer zahlt die Reparatur? Dieser Beitrag erklärt, welche Versicherung wofür zuständig ist, welche Fristen und Pflichten Sie kennen müssen und wie Sie einen Sturmschaden nachvollziehbar dokumentieren.
Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden am Dach?
Für versicherte Schäden am Gebäude kommt die Wohngebäudeversicherung, für bewegliche Sachen die Hausratversicherung infrage. Ob Sturm und Hagel eingeschlossen sind, muss in der jeweiligen Police stehen. Auch Selbstbehalte, Ausschlüsse und Pflichten sind zu beachten; die bloße Bezeichnung der Versicherung ist noch keine Deckungszusage.
Beim Wasser ist der Eintrittsweg entscheidend: Regen durch eine vom versicherten Sturm oder Hagel verursachte Dachöffnung gehört grundsätzlich zum entsprechenden Folgeschaden. Überschwemmung und Rückstau benötigen die dafür vereinbarte Elementardeckung. Regen durch ein bereits undichtes Dach ist nicht allein wegen seiner Stärke ein gedeckter Elementarschaden. So unterscheiden die GDV-Musterbedingungen VGB 2022, Teil A, Abschnitt 5 die Fälle; die eigene Police kann abweichen.
Die GDV-Sachversicherungsbilanz vom 30. April 2026 beziffert die Naturgefahrenschäden 2025 in der Sachversicherung auf 1,4 Milliarden Euro, darunter rund eine Milliarde Euro durch Sturm und Hagel. Diese Gesamtsummen sagen nichts über die Deckung eines einzelnen Dachschadens aus.
Sturmbegriff und Nachweise
Die GDV-Musterbedingungen definieren Sturm als wetterbedingte Luftbewegung ab Windstärke 8, entsprechend mindestens 62 km/h. Maßgeblich bleibt die im eigenen Vertrag vereinbarte Definition.
Der Versicherungsnehmer muss den versicherten Sturmfall belegen. Ist die Windstärke am Schadenort nicht feststellbar, sehen die Musterbedingungen Beweiserleichterungen vor: Schäden an einwandfreien Gebäuden oder ähnlich widerstandsfähigen Sachen in der Umgebung beziehungsweise ein nur durch Sturm erklärbares Schadensbild am zuvor einwandfreien Gebäude können ausreichen. Sichern Sie Fotos, Zeitpunkt und Beobachtungen aus der Umgebung; bei Bedarf bietet der DWD Wettergutachten. Eine eigene Windmessung ist nicht in jedem Fall zwingend.
Ihre Pflichten nach dem Sturm: melden, mindern, dokumentieren
Nach einem Sturmschaden trifft Sie als Eigentümer eine Reihe gesetzlicher Pflichten – aus dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Zwei davon sind zentral. Erstens müssen Sie den Versicherungsfall unverzüglich anzeigen, sobald Sie davon Kenntnis haben (§ 30 VVG). „Unverzüglich“ bedeutet ohne schuldhaftes Zögern – Sie sollten den Schaden also melden, sobald Sie davon Kenntnis haben. Zweitens sind Sie verpflichtet, den Schaden nach Möglichkeit abzuwenden und zu mindern und dabei Weisungen des Versicherers einzuholen, soweit die Umstände das zulassen (§ 82 VVG).
Bringen Sie sich zuerst in Sicherheit. Melden Sie den Schaden unverzüglich, dokumentieren Sie ihn soweit gefahrlos möglich und veranlassen Sie notwendige Maßnahmen gegen Folgeschäden. Holen Sie Weisungen des Versicherers ein, soweit die Umstände es erlauben; dringende Schadenminderung darf dadurch nicht verzögert werden. Stimmen Sie die endgültige Reparatur und die erforderlichen Belege ab.
Zur Dokumentation gehört, dass Sie den Schaden vor jeder Veränderung möglichst detailliert mit Fotos und Videos festhalten und beschädigte Gegenstände auflisten. Bewahren Sie außerdem beschädigte Bauteile auf, solange das gefahrlos möglich ist – sie können als Beweis dienen.
Notsicherung: Was Sie sofort tun – und was Sie dem Fachbetrieb überlassen
Zur Schadenminderung nach § 82 VVG gehören erforderliche Maßnahmen gegen weitere Schäden. Lose Bauteile und offene Dachflächen müssen fachkundig gesichert werden. Im Haus können Sie gefährdete Gegenstände nur dann aus dem Wasserbereich bringen, wenn das gefahrlos möglich ist. Größere Maßnahmen und die endgültige Reparatur sollten Sie mit dem Versicherer abstimmen; eine persönliche Besichtigung durch ihn ist nicht vor jeder Reparatur zwingend.
Nasse Dachflächen, lose Bleche und beschädigte Konstruktionen bergen erhebliche Absturz- und Verletzungsgefahren. Steigen Sie nicht selbst aufs Dach. Über unseren Reparaturservice prüfen und sichern wir akute Schadstellen und dokumentieren den festgestellten Umfang. Eine Entscheidung zur Kostenübernahme bleibt beim Versicherer.
Wassereintritt: Der Weg des Wassers entscheidet
Dokumentieren Sie, ob der Wassereintritt mit einer frisch entstandenen Sturmöffnung zusammenhängt, von einer Überschwemmung oder einem Rückstau ausgeht oder eine zuvor vorhandene Undichtigkeit betrifft. Diese Beobachtungen erleichtern die Prüfung der vereinbarten Gefahr. Ein Elementarbaustein deckt nicht pauschal jeden Wasserschaden. Ein Neuabschluss ist vom Versicherer, der Risikoprüfung und gegebenenfalls Wartezeiten abhängig und versichert keinen bereits eingetretenen Schaden rückwirkend.
Vorbeugen: Ein gepflegtes Dach hält dem Sturm besser stand
Lose Deckelemente, korrodierte Befestigungen, schadhafte Anschlüsse und blockierte Abläufe sind Gründe für eine Untersuchung und gegebenenfalls Instandsetzung. Eine regelmäßige Inspektion kann solche Mängel erkennbar machen. Welche Intervalle passen, erläutert unser Beitrag zur Wartung statt Notreparatur. Auch in Viersen und Umgebung sollten sich Kontrollen nach Zustand und Belastung richten.
Wenn Ihr Dach einen Sturmschaden hat, schildern Sie die Situation über unser Kontaktformular oder telefonisch. Wir ordnen den Sicherungsbedarf ein, dokumentieren festgestellte Schäden und erstellen ein individuelles Angebot für die Reparatur.
